Radfahren im Winter – so macht Radeln auch bei Kälte Spaß

Dunkel, verschneit und viel zu kalt? Stimmt, der Winter hat es in sich, was die Temperaturen betrifft, doch leidenschaftliche Radfahrer*innen sollte das nicht abhalten, sich trotzdem auf ihren Drahtesel zu schwingen. Die Bewegung tut einfach gut und bringt den Kreislauf schnell auf Touren. Das wiederum stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern ist in Zeiten von Corona und Co. auch das optimale (Verkehrs)Mittel, um unterwegs ausreichend Abstand und frische Luft zu bekommen. Damit Väterchen Frost dich nicht packt und du beim Fahrradfahren im Winter warm und sicher durch die Winterwunderlandschaft radelst, haben wir ein paar tolle Tipps für dich parat:

Fahrradpflege im Winter

Alles im „Grip“ durch weniger Reifendruck

Verringerst du im Winter den Reifendruck deines Fahrrades ein bisschen, sorgt das vor allem auf glatten Fahrbahnen und im Schnee für mehr Traktion und Rutschfestigkeit. Wenn du allerdings lieber auf Nummer sichergehen willst, dann können spezielle Winterreifen fürs Fahrrad helfen. Durch ihren besonderen Gummi garantieren sie mehr Halt auf der Straße. Auch Reifen mit Spikes eignen sich wunderbar, um mit dem Fahrrad durch Schnee zu radeln.

Fahrradpflege im Winter

Öl gegen Salz

Speziell im Winter sollten Verschleißteile wie die Fahrradkette regelmäßige Pflege erfahren. Denn durch die häufige Nässe in der kalten Jahreszeit wird sie besonders stark beansprucht und ist somit anfälliger für Korrosion. Das Streusalz auf den Straßen greift nicht nur die Kette an, sondern auch Fahrradrahmen, Bremsen und Felgen. Es lohnt sich, sämtliche Metallteile nach dem Radfahren abzutrocknen und die Kette mit einem öligen Lappen sauber zu wischen. So vermeidest du Rost und hast noch lange Freude an deinem Bike.

Fahrradfahren bei Kälte – Tipps für die Ausrüstung

Dem schneidenden Fahrtwind ein Schnippchen schlagen

Sicherlich hast du auch schon die Erfahrung gemacht, wie beißend und unangenehm eisiger Fahrtwind beim Radeln im Gesicht werden kann. Gereizte Augen sind häufig die Folge. Damit du sie optimal schützen kannst, bieten sich Schutzbrillen an. Sie helfen nicht nur vor dem Austrocknen, sondern verhindern auch, dass Kleinstteile in deine Augen geraten und sie verletzen können. Die Brillen gibt es in den verschiedensten Varianten. Für den Winter bietet sich zum Beispiel eine Brille mit gelblicher Tönung an. Sie erhöht den Kontrast im Schnee, wodurch du wesentlich besser sehen kannst. Im Wintersport spricht man hier auch vom Vermeiden der berühmten Schneeblindheit. Doch auch im Sommer sind die Brillen hilfreich. Zum Beispiel gegen Insekten oder als als UV-Schutz.

Radfahren im Schnee

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Stirnband und Schlauchtuch

Meist sind Mützen einfach zu dick, um sie unter dem Fahrradhelm zu tragen. Stirnbänder wiederum eignen sich wunderbar, um die Ohren trotz Helm beim Radfahren im Winter schön warm zu halten. Damit auch dein Hals und ggf. die untere Gesichtspartie wetterfest bedeckt sind, kannst du auf praktische Schlauchtücher zurückgreifen. Die Teile sind wahre Alleskönner. Um den Hals gewickelt schützen sie deinen Nacken vor Kälte. Du kannst sie aber auch bis über die Nase ziehen, um dein Gesicht vor dem Fahrtwind zu verhüllen. Gleichzeitig sind sie eine tolle Alternative zu Corona-Stoffmasken, wenn du mal kurz in ein Geschäft musst oder einfach zu viel Trubel auf den Fahrradwegen herrscht, sodass sicherheitshalber ein Mundschutz nicht verkehrt ist. Schlauchtücher können auch als Mützen oder Stirnbänder getragen werden. Nicht umsonst werden die Tücher auch als Multifunktionstücher bezeichnet. Echt praktisch!

Die richtige Kleidung bringt’s

Damit du mit dem Fahrrad im Winter nicht ausfrierst, ist die richtige Kleiderwahl ganz besonders entscheidend. Hier unterscheidet man zwischen Base Layer, Mid Layer und Outer Layer. Drei Kleiderschichten, die allesamt übereinander getragen werden sollten. Die erste Schicht (Base Layer) bildet enganliegende Funktionswäsche, die die Feuchtigkeit wie z. B. Schweiß abtransportiert. Als zweite Schicht (Mid Layer) wiederum sind langärmelige Fahrradtrikots oder Pullis aus Fleece gut geeignet. Sie transportieren die Feuchtigkeit weiter ab, während sie gleichzeitig auch gut gegen Kälte isolieren. Zu guter Letzt kommt eine wetterfeste Jacke (Outer Layer). Achte darauf, dass sie atmungsaktiv ist und trotzdem gegen Nässe schützt. Durch dieses Dreischichtensystem – auch Zwiebellook genannt, wirst du optimal warmgehalten. Übrigens: Auch für die Beine gibt es tolle Funktionskleidung wie beispielsweise Thermo- und Regenhosen. Sie halten warm und wehren Feuchtigkeit ab.

 

Kuschelig am Hintern

Für Fahrradsattel gibt es sowohl für den Sommer als auch für den Winter viele tolle Schutzbezüge. Zur kalten Jahreszeit empfehlen wir dir eher kuschelige Lammfell-Bezüge. Gerade wenn du dich früh morgens aufs Bike schwingen musst und dann ein eiskalter Sattel auf dich wartet, wirst du froh sein um die flauschig gepolsterte Lösung. Wenn du den Bezug dann vor Fahrtantritt auch noch ein wenig auf die Heizung legst, steht dem winterlichen Fahrradtrip nichts mehr im Wege. Dein Hintern wird es dir bestimmt danken.

Tee für unterwegs

Wenn du eine Getränkehalterung am Fahrrad hast, dann nutze sie beim Radfahren im Winter für deine Thermoskanne! Nichts ist wohltuender als ein heißer Schluck Tee inmitten einer verschneiten Winterwunderlandschaft. Natürlich geht auch Kinderpunsch oder Kaffee. Hauptsache schön warm, um sich während oder nach der Anstrengung in der Kälte etwas Gutes zu gönnen. Ausreichend Trinken ist gerade bei langen Touren besonders wichtig.

Tipps zum Radfahren im Winter - Tee mitnehmen

Radfahren im Winter – immer mit Handschuhen

Handschuhe sind das A und O beim Winterradeln. Denn kühlen die Finger erst einmal aus, dann macht auch die schönste Fahrradtour schnell keine Freude mehr. Hier eignen sich die sogenannten „Schweinepfoten“ am allerbesten. Dabei handelt es sich um Zweifinger-Thermo-Fäustlinge aus dem Motorradladen. Wer lieber etwas mehr Fingerfreiheit haben möchte, kann auch auf normale Thermo-Handschuhe zurückgreifen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass sie gepolstert sind. Denn gerade im Winter gehen Erschütterungen beim Fahren sehr viel stärker auf die kalten Knochen. Bei Stürzen kann das gefährlich werden und schneller mal zu Brüchen führen.
Das ist mir übrigens im Winter 2019 selbst passiert: ich bin mit dem Rad in der Kurve auf einem kleinen Flecken Eis ausgerutscht und gestürzt. Das Ergebnis: gebrochener Ellbogen.

Mit dem richtigen Schuhwerk ans Tretwerk

Ebenso wie für den Rest des Körpers gibt es auch für die Füße geeignete Schutzkleidung. Zum Beispiel sogenannte Thermo-Überzieher. Diese stülpst du einfach über deine Winterschuhe und schon kann die wilde Fahrt losgehen. Achte darauf, dass sie atmungsaktiv sind, denn sonst bekommst du trotzdem schnell nasse Füße. Achte außerdem auch darauf, dass du Schuhe trägst, die warm halten und wetterfest sind. Imprägnierspray kann hier nochmal zusätzlichen Schutz bieten.

Radfahren im Winter - Tipps zur Sicherheit

Vorausschauende Fahrweise

Grundvoraussetzung für sicheres Fahrradfahren bei Schnee und Kälte ist eine vorausschauende Fahrweise. Gerade im Winter gilt es, noch vorsichtiger zu sein. Denn verlängerte Bremswege durch glatte Fahrbahnen können schnell zu Unfällen führen. Indem zu frühzeitig bremst und nur mit gelöster Bremse langsam um Kurven rollst, verhinderst du, dass deine Reifen an Bodenhaftung verlieren. Fährst du nur kurze Strecken, kannst du auch deinen Fahrradsattel etwas tiefer stellen. So erreichst du mit deinen Füßen schneller den Boden, wenn du ins Schlittern gerätst. Doch Vorsicht, das bietet sich wirklich nur für kürzere Strecken an, da sonst schnell mal Knieprobleme auftreten.

Fahren auf der Straße

Sind Radwege nicht ordnungsgemäß gestreut oder geräumt, entfällt deren Benutzungspflicht für Radfahrer*innen. Sogar der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) rät dann zum Wechsel auf die Straße. Achte jedoch auf Kopfsteinpflaster, Kanaldeckel oder Straßenbahngleise. Die können schnell mal zu erhöhter Rutschgefahr führen! Ist die überfrierende Nässe zu stark, ist notfalls auch mal Absteigen und Schieben die sicherere Variante.

Radfahren bei Schnee

Licht ist Pflicht

Ob im Hellen oder im Dunkeln, gerade im Winter ist die Sicht durch die Wetterverhältnisse immer etwas stärker eingeschränkt. Damit du besser wahrgenommen wirst und auch selbst besser wahrnimmst, solltest du unbedingt mit Licht fahren. Reflektierende Kleidung und Reflektoren an den Speichen schaden natürlich auch nie!

Fahrrad im Schnee

Radfahren im Winter ist nicht jedermanns Sache. Doch wer sich trotzdem bei Temperaturen unter null aufs Zweirad traut, der findet schnell Gefallen daran. Nicht nur, weil die Fahrradwege häufig sehr viel leerer sind als im Sommer, sondern auch, weil die Bewegung und die frische Luft einfach für richtig gute Laune sorgen. Wir schleppen sie ja alle mal hin und wieder mit uns herum, die lästige Winterdepression, oder? Also go for it, schwing dich aufs Bike und genieße die fantastische, frische Luft!

Hast du auch ein paar tolle Winter-Radeltipps auf Lager? Dann immer her mit deinen Ratschlägen.

Wir freuen uns stets über den Austausch an hilfreichen Tipps und Tricks.

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